Konzert

Konzert

Zum Konzert-Programm 2019 

Zur Kartenbestellung 

 

Bridging Arts veranstaltet klassische Konzerte in der Tradition des Internationalen Kammermusikfestivals Nürnberg. Neben Konzerten bei Kerzenschein im Rittersaal der Kaiserburg werden auch Orte ausgewählt, die mit der Musik des Programms kommunizieren. Dazu gehörten zum Beispiel das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände oder aufgelassene Industriehallen auf dem alten AEG-Gelände.

Neues zum Format Konzert

Das 18. Bridging Arts Festival feiert die Gastfreundschaft mit einem facettenreichen Programm in neun Konzerten an drei Tagen! Eine Vielzahl internationaler Musiker aus Griechenland, Frankreich, China, England und Deutschland ist bei uns zu Gast mit einem Instrumentarium, das neben den klassischen Kammermusikbesetzungen wie Klaviertrio oder Streichquintett auch Schlagzeug, Posaune, Gitarre und Harfe bereithält. Dabei kommen Komponisten zu Gehör, die weit gereist sind oder im Laufe ihres Lebens emigriert sind ˗ allesamt künstlerische ‚mavericks‘, Mystiker oder Klangtüftler. Das Eröffnungskonzert widmet sich dem menschlichen Verhältnis zur Natur mit Werken von Schubert, Berio und Janáček. Zu den Highlights gehören auch late-night Konzerte in der Aussegnungshalle des St. Johannis-Friedhof mit Crippled Symmetry von Morton Feldman (bei dem das Publikum auf Matratzen lauschen darf…), sowie unter dem Motto SKANDAL! im Kunstbunker im Bauhof. Weitere Konzerte finden in der wunderschön renovierten Marthakirche und dem erstklassigen Orchestersaal der Hochschule für Musik statt.

 

Kammermusik. Was soll das eigentlich bedeuten? Musik für die Kammer, Musik in der Kammer, Musik für das Wohnzimmer? Musik also, die per Definition für den privaten Rahmen bestimmt ist. Musik vielleicht sogar, die nur für die Ausführenden selbst geschrieben ist, die sich selbst genügt und keine Zuhörer braucht?

Im Gegenteil: Denn am Ende lässt sich auch die überwältigendeste Opernaufführung, die überschäumendste Symphonik auf diese Keimzelle des gemeinsamen Musizierens zurückführen.

Zwei, drei, vier und mehr Menschen kommen zusammen und machen gemeinsam Musik. Jeder für sich bringt seine Stärken und Schwächen mit, jeder seine eigenen genauen Vorstellungen und gleichzeitig den Wunsch nach Spontaneität. Dann aber beginnt man zu probieren und zu horchen, man geht aufeinander zu oder hält dagegen, um am Ende ein symbiotisches, aufregendes Ganzes zu erreichen und zur Aufführung zu bringen.

Kammermusik erzählt uns viel darüber, was uns Menschen zusammenbringt und vereint halten sollte. Wir erkennen in ihr den Kern unseres sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhalts. Und genau hier findet auch die Begegnung mit dem Publikum, den Zuhörern statt. Eine Schnittstelle, die so nahe und intim ist, dass sie für beide Seiten eine sehr hohe Aufmerksamkeit, Offenheit und Sensibilität beinhaltet.

Für mich persönlich bedeutete die Kammermusik den Aufbruch in die Wunderwelt der klassischen Musik. Zum ersten Male tritt man aus der Isolation des Instrumentalunterrichts einer anderen Person gegenüber und in einen Dialog, arbeitet gemeinsam hart, um zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen und muss im Moment des Konzertes dann doch loslassen können und vertrauen lernen. Man wird vom Einzelkämpfer zum Teamplayer. Eine großartige Erfahrung.

In diesem Sinne, auf zum gemeinsamen Musizieren, zum gemeinsamen Leben und Erleben der Musik: Auf in die Konzerte des Bridging Arts Festivals!

 

Joana Mallwitz,

Generalmusikdirektorin des Staatstheaters in Nürnberg

Philoxenía | Eine Triennale

Philoxenía beschreibt seit der griechischen Antike die Liebe zum Fremden in einer wechselseitigen Beziehung zwischen Gast und Gastgeber. Dabei liegt in der Bedeutung dieses Wortes wesentlich mehr, als wir mit der Übersetzung „Gastfreundschaft“ begreifen können. Es beinhaltet ein Ethos der Universalität, den Glauben an globale Zusammenhänge und eine Vielfalt an Perspektiven.

Philoxenía ist eine Ermutigung dazu, den Blick über die lokale Umgebung hinaus zu richten und das Verbindende zu suchen zu dem, was uns – nicht nur von außen – begegnet. Es appelliert an eine ständige Neugier und erinnert daran, dass Menschen immer Fremde und Gäste sind. Philoxenía macht diese Erkenntnis zur Prämisse des Handelns.

In den kommenden drei Jahren versucht Bridging Arts, dem antiken, sozialen Konzept der Philoxenía zu einer künstlerischen Umsetzung zu verhelfen.

Wir haben für unsere Kammermusikfestivals 2019 bis 2021 drei Gastkurator*innen eingeladen, die das jeweilige Festival zu ihrer künstlerischen Heimat machen. Wir nennen es Gastspiel I bis III.
Parallel dazu beginnen wir mit der Arbeit an unserem nächsten groß angelegten Community- Projekt. Mit Unterstützung der Stadt Nürnberg und des Bewerbungsbüros Kulturhauptstadt Europas 2025 werden wir eine neue Community-Oper entwickeln.

Wir starten im Oktober 2019 in Kooperation mit der Zumikon Stiftung. Wir werden Menschen einladen, die einen Querschnitt der Nürnberger Bevölkerung abbilden, um mit ihnen in gastlicher Atmosphäre über das zu sprechen, was die Menschen in der Metropolregion Nürnberg bewegt. Was sie von sich, von anderen, was sie von Kunst und Kultur erwarten. Was verbindet sie, was trennt sie? Die Sammlung an Eindrücken werden wir in einem nächsten Schritt zusammen mit professionellen Kunstschaffenden zu Texten und Kompositionen weiterentwickeln.

In Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Menschen der Community wird daraus eine neue Community-Oper entstehen, die 2021 uraufgeführt wird. Unser Ziel ist es, möglichst viele der verschiedenen Menschen, die Nürnberg ausmachen, einzubeziehen.

Im Sinne von Philoxenía laden wir ein, daran teilzunehmen.

Frances Pappas, Gero Nievelstein

17.Juni 2019

Das 18. Bridging Arts Kammermusikfestival in Nürnberg, kuratiert von Nicholas Rimmer
mit Jonian Ilias Kadesha – Violine, Max Baillie – Violine/Viola, José Maria Blumenschein – Violine, Patrick Jüdt – Viola, Vashti Hunter – Violoncello, Konrad Fichtner – Kontrabass, Nari Hong – Flöte, Tom Owen – Oboe, Reto Bieri – Klarinette, Cornelius Rinderle – Fagott, Matthias Nothhelfer – Horn, Matthew Brown – Trompete, Matthias Raggl – Tuba, Frederic Belli – Posaune, Ricarda Fuss – Saxophon, Johannes Fischer – Perkussion, N.N. – Hackbrett, Martina Leutschacher – Harfe, Stewart French – Gitarre, Simone Easthope – Sopran, Frances Pappas – Mezzosporan,  Julienne Pfeil – Schauspielerin, Nicholas Rimmer, Klavier/Celesta

Das Programm 2019 

18. Bridging Arts Kammermusikfestival

Gastspiel I/III – Liebe zu Fremden

Für das ausfühliche Programm bitte hier klicken.

10.-14.9.2019 täglich 12:30
Musikbibliothek 
Der Eintritt ist frei
 

Eine gute Halbe Stunde 
MusikerInnen präsentieren Werke mit inhaltlichem Bezug zum Festivalprogramm. In Kooperation mit der Stadtbibliothek Nürnberg.

 

Freitag, 13.9.2019 19:30
Orchestersaal der Hochschule für Musik

Eröffnungskonzert

Zu Gast in der Natur
Janáček Pohádka | Berio naturale | Hvoslef Canis Lagopus |
Schubert Der Hirt auf dem Felsen, Notturno, Abschied von der Erde
Aufzeichnung des Konzerts durch den Bayerischen Rundfunk.
Freitag, 13.9.2019 23:15
Aussegnungshalle des St. Johannis-Friedhofs
Einführung im „Gelben Haus“ um 22:30
Im Dunkeln
Morton Feldman Crippled symmetry für Flöte, Schlagzeug und Klavier
Samstag, 14.9.2019 19:30
Marthakirche 
Zu Gast in der Fremde
Haydn Trio in fis-moll | Bartók Kontraste | Weill Lieder ohne Worte | Dvorák Streichquintett op. 97
Samstag, 14.9.2019 22:00
Kunstbunker im Bauhof
Skandal!
Britten Cabaret Songs | Schnyder Blues for Schubert | Schulhoff Hot Sonate, Sonata Erotica | Weill Der Liebesbrief u.a.
Sonntag, 15.9.2019 11:30
Marthakirche
Mystika
Mit Werken von Hildegard von Bingen, Xenakis, Bach, Biber, Ustvolskaya, Villa-Lobos, Ravel
Sonntag, 15.9.2019 19:30
Orchestersaal der Hochschule für Musik
Finale
crazy happy people: mavericks und klangtüftler
Stravinsky
Ragtime | Poulenc Trio | Zelenka Concerto á 8 concertanti | Schumann Märchenerzählungen | Waits Songs

 

Ab 10. Mai 2019 können Sie hier Tickets für die Veranstaltungen erwerben:

Tickets

Die Künstler 2019

Um mehr über die Künstler zu erfahren klicken Sie bitte auf die Bilder.

Nicholas Rimmer Jonian Ilias Kadesha
Max Baille Vashti Hunter
Konrad Fichtner Tom Owen
Reto Bieri Matthew Brown
Matthias Raggl Frederic Belli
Ricarda Fuß Johannes Fischer
Martina Leutschacher Frances Pappas
Julienne Pfeil Nari Hong
Simone Easthope Oksana Martyniuk
Patrick Jüdt Stewart French
Cornelius Rinderle Matthias Nothhelfer
José Maria Blumenschein

Interessiert?

Senden Sie uns eine Mail, wenn Sie an Vorabinformationen interessiert sind.

Kontakt